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Lebenslauf DB0ZH

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Geschrieben von: DL1IAI Samstag, den 04. April 2009 um 17:54 Uhr

Genau läßt sich die Geburtsstunde der Relaisfunkstelle auf dem Königstuhl mit dem Rufzeichen DB0ZH nicht mehr bestimmen. Fest steht jedoch, dass die Idee zum Bau einer geeigneten Technik von Helmut, DJ1GQ und Peter, DJ4XN in der zweiten Hälfte des Jahres 1970 geboren wurde. Beim Bau selbst waren beteiligt die OM Helmut, DJ1GQ, Ernst, DJ1CN und Wilfried, DJ7KI. Aus einigen KFT-160-Anlagen von Bosch wurde schliesslich eine brauchbare Sende- und Empfangseinrichtung geschaffen.

Dann begann die Suche nach einem geeigneten Standort für ein 2mtr-Relaisfunkstelle im Raum Heidelberg. Den Königstuhl mieden wir zunächst unter anderem aus Respekt vor den Riesenfeldstärken der dort installierten Rundfunksender. 10km nördlich vom Königstuhl wurde dann der Aussichtsturm auf dem Weißen Stein angepeilt. Der Turm gehört dem Odenwald-Verein, der die Versorgung mit der Netzspannung hätte von der nahe gelegenen Gaststätte über einen Zwischenzähler erfolgen können. Da diese Gaststätte jedoch nicht das ganze Jahr über geöffnet ist, hätte die Relaisfunkstelle im Winter nicht betrieben werden können. Hinzu kam, daß zur damaligen Zeit der Zufahrtsweg nicht geräumt und gestreut wurde.

Einen weiteren günstigen Standort konnten wir nicht ausfindig machen. So faßten wir schließlich den Entschluß, doch unser Glück auf dem Königstuhl zu versuchen. Wir fanden eine uns gut gesinnte Postdirektion, die uns die Genehmigung zum Aufstellen und Betreiben der Geräte und Antennen bei der Funkübertragungsstelle Heidelberg-Königstuhl gestattete. Sehr hilfreich, wenn nicht gar ausschlaggebend für die Genehmigung war die Tatsache, daß Herwart, DL1LS dort oben wohnte und arbeitete und so jeder Zeit nach den Geräten schauen konnte.

Zunächst wurde die Relaisfunkstelle auf dem Frequenzpaar 144,15/145,75 MHz betrieben. Die Antennen standen zuerst auf der vierten Antennenplattform in 56 mtr über dem Erdboden bzw. 621 mtr über NN. Wegen Kreuzmodulationsproblemen zogen wir dann auf die dritte Plattform um. Die vierte Plattform schirmte so die darunterliegenden Antennen gegen die TV-Senderantenne für das ZDF ab.

Überhaupt gab es im Laufe der Zeit immer wieder Schwierigkeiten mit den durch die Fernseh- und UKW-Ton-Sender erzeugten Feldstärken, die unser Empfänger verdauen mußte. Gleichzeitig sollte er aber für die Nutzfrequenz entsprechend empfindlich sein. Als dann im Jahr 1982 nach monatelangen Diskussionen im UKW-Referat das neue 25-KHz-Raster mit 600-HZ Sende-Empfangsabstand eingeführt wurde und wir auf Kanal R1 (145.625 MHz) wechseln mußten, war die Entkopplung zwischen Sender und Empfänger ein mit dem KFT160 kaum noch zu meisterndes Problem.

In der Folgezeit versuchten wir verschiedene Antennen und deren Standorte. Auch ein neues amerikanisches Gerät konnte uns auf Dauer nicht zufriedenstellen.

Aber nicht nur die Hochfrequenz machte uns zu schaffen, auch das Wetter trug seinen Teil dazu bei, daß es uns nicht langweilig wurde. Ich denke hier besonders an den 6. Dezember 1980, als beide, erst vor einem halben Jahr beschafften Relaisantennen durch Eis und Sturm zerbrachen und in die Tiefe stürzten. Der weitere Betrieb konnte mit behelfsmäßig aufgebauten Antennen nur dürftig bis zum Frühjahr aufrecht erhalten werden.

Schließlich brachte der Kauf einer Relaisfunkstelle in den USA durch Vermittlung von DL5UW und der Einsatz einer Sende/Empfangsweiche mit 93dB Entkopplungsdämpfung die erwünschte und bis auf den heutigen Tag andauernde Betriebssicherheit. Schließlich trugen auch zwei neue Antennen der Firma Kathrein -eine Spende von Kurt Fritzel- zum Erfolg bei.

Neben den technischen Dingen gab es auch immer wieder Zwischenfälle, die uns auf Trab hielten. Schnell geklärt werden konnten die versehentlichen Belegungen der Relaisfrequenz, sei es, daß der Übeltäter auf seiner Sprechtaste sitzend eingeschlafen war oder daß wegen einer klemmenden PTT in der Garage abgestellte Auto lustig die Relaisfrequenz belegte. Durch intensive Peilungen zum Teil auch unter Einsatz von Fuchsjagdempfängern konnten die Störenfriede ausfindig gemacht werden. Schwieriger und aufwendiger waren die Anstrengungen, die wir machen mußten, um die böswilligen Störer ausfindig zu machen. Auch hier mußten wir auf unsere Fuchsjagderfahrung zurückgreifen, um den Standort der Störung einzukreisen und schließlich unschädlich zu machen. Einmal mußten wir mitten in der Nacht in den Pfälzer Wald bis nach Edenkoben fahren, ein anderes Mal fanden wir einen automatisch arbeitenden Minisender direkt auf dem Königstuhl direkt unter einem Begrenzungspfahl. Auch ist die "Teufelskralle" manchem noch in "guter" Erinnerung, die unsere Nerven stundenlang arg strapazierte.

Schließlich hat aber jedes Ding seine zwei Seiten, und so denken wir gern an die Relaistreffen zurück deren 25ten wir heute begehen. DJ8LF, der Heinz aus Oftersheim hatte die Idee, ein Treffen der Relaisstellenbenutzer und -betreiber zu organisieren und lud im Herbst 1971 alle Interessenten zum 1. Relaistreffen nach Oftersheim ein. Hieraus ist es zu einer schönen Gewohnheit geworden, sich jedes Jahr am Buß- und Bettag in Heidelberg zu treffen. In den verschiedensten Lokalitäten haben wir in den folgenden Jahren das Relaistreffen veranstaltet. Wir waren zum Beispiel im Schwimmbad-Restaurant, im Hendsemer Löb und etliche Male in unmittelbarer Nähe zur Relaisfunkstelle auf dem Königstuhl. Hier ist wohl manchem das Treffen im Jahr 1985 mit Glatteis noch immer in Erinnerung. Im nächsten Jahr waren wir dann wieder in der Stadt uns zwar in der Gaststätte am Zoo.

Seit 1987 sind wir nun ständig Gast in diesem Hause (Posthaus in Heidelberg). Den Besucherrekord hatten wir mit 201 Teilnehmern im Jahre 1979 im Restaurant "Waldhorn" auf dem Königstuhl.

In diesem Jahr mußten wir aus bekannten Gründen den traditionellen Termin für das Treffen aufgeben und uns heute am Sonntag hier verabreden. Ob es in Zukunft so bleibt, hängt davon ab, was die Poltiker in Sachen Buß- und Bettag beschließen werden.

Allen im Laufe der Jahre für die Relaisfunkstelle tätig Gewesenen, Genannten und Ungenannten sei an dieser Stelle gedankt für ihren Einsatz. Besonders möchte ich mich bedanken bei Heinz, DF1IV, der mit mir viele Stunden unter teilweise widrigen Wetterbedingungen auf dem Turm verbrachte, um die Technik wieder auf Vordermann zu bringen.

DL1LS - Stand 10.1996

Der Text ist geschrieben im Original von Herwart, DL1LS sk
 

Defekt am Relais nach Blitzschlag

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Geschrieben von: DL1IAI Samstag, den 04. April 2009 um 17:55 Uhr

In der Nacht vom 29. auf 30. Mai 2008 hat das Unwetter auch das Relais Heidelberg beschädigt. Da es seitdem mit 30w auf Dauersendung war, mussten wir es am 02.06.2008 gegen 12.00 UTC abschalten um die notwendigen Reparaturen durchzuführen.

Vermutlich durch Überspannung sind gleich zwei wichtige Steuerungen ausgefallen.

Dadurch ist DB0ZH in Dauersendebetrieb gefallen.

Zusätzlich ist die Sicherung von dem Netzteil ausgefallen, wodurch dann nur der Batteriebetrieb möglich war. (wenigstens das hat funktioniert)

Durch den hohen Ladestrom und dem Dauersendebetrieb wird aber das eingebaute Netzteil zu stark beansprucht. Deswegen haben wir uns entschlossen das Relais bis zum Sonntagmittag im Batteriebetrieb zu lassen und dann abzuschalten.

Nach ca. 4 Wochen Reparaturzeit und viel Hilfe auch von auswärtigen OMs und ehemaligen Heidelberger OMs konnten wir das Relais wieder in Betrieb nehmen. Zunächst hatten wir noch Probleme mit der Abschaltungsautomatik, aber auch das hatten wir nach einigen Tagen im Griff.


Mittlerweile läuft alles wieder stabil und das Relais erfreut sich alter Beliebtheit.